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Coco

So Ihr Foodakrobaten, es ist Sonntag Abend, den Rest kennt Ihr bereits!

Die heutige Buchbesprechung würde ich gerne mit einer Frage beginnen………..

Hier ist sie:

Was passiert, wenn Ferran Adrià, Alain Ducasse, Alice Waters, René Redzepi, Jacky Yu, Yoshihiro Murata, Fergus Henderson, Shannon Bennett, Mario Batali und Gordon Ramsay nach ihrer Meinung gefragt werden ?

Ach so, ich vergaß natürlich die Frage, die ihnen allen gestellt wurde, diese Zehn Außergewöhnlichsten nenne ich sie jetzt mal, sollten jeder zehn der besten „zeitgenössischsten Chefs“ nominieren/ nennen, die ihrer Meinung nach die grundlegendsten Qualitäten eines „Leading Chefs“ in Persona verkörpern !

Was für ein geiles Buchkonzept! Das heute hier vorgestellte ist bereits aus dem Jahr 2014, das Konzept stammt aus dem Jahr 2009.

Ich finde es irre heute zu sehen bzw. zu lesen, wie diese 100 „Auserwählten“ sich weiterentwickelt haben, total genial!

So und hier ist es dann jetzt auch endlich:

 

Copyright © by Phaidon
Copyright © by Phaidon

COCO

10 World-Leading Masters choose

100 Contemporary Chefs

Published by PHAIDON

Englische Ausgabe

1000 Farbfotos

440 Seiten

ISBN 978-0-7148-5957-6

€ 24,95

Phantastisch was man dort „zusammengetragen“ hat, ein köstlich-genialer Einblick in die kulinarische Vielfalt der Sterneküchen von Paris, Kopenhagen Kyoto, Peking, New Orleans, Bilbao und vielen anderen Metropolen dieser Welt.

Jeder der Chefs wird mit einer kurzen Vita, seinem Menü, seiner Küche und seinen Rezepten vorgestellt.

Die Liste der Auserwählten ist das heutige „who-is-who“ der Super-Chefs!

Pascal Devalkeneer, Alvin Leung, Albert Raurich, Armand Arnal, Didier Elena, David Chang, Andrew Feinberg, Alex Atala, Ben Shewry, Kobe Desramaults, Ricky Cheung und Ricardo Pérez sind nur einige, derer, die heute zu den ganz großen hinter dem Herd gehören !

In diesem Buch heute zu lesen und zu stöbern ist einfach der pure Genuss, es ist Haute Cuisine around the world pur!

Fazit:

Ein absolut einzigartiger Überblick über die zeitgenössische Kochkunst.

Geniale Rezepte und phantastische „Old school“-Fotos aus den Küchen der Superstars von heute.

Unglaublich zu sehen, wie sich diese Chefs in den letzten 5 Jahren weiterentwickelt haben!

Nopi

Ha……. es ist wieder Sonntag und Zeit für einen neuen Besteller kulinarischer Literatur!

Heute gibt es einen der meistverkauften Kochbuchautoren der letzten Jahre, endlich ist er wieder da ! Es geht um……Yotam Ottolenghi

Ich war unglaublich gespannt und hab mich riesig drauf gefreut! Was würde wohl nach den beiden Bestsellern „Genussvoll vegetarisch“ und der phantastischen Hommage an seine Heimatstadt „Jerusalem“ als nächstes kommen?

Natürlich ein Kochbuch mit den Rezepten seines in der Nähe des Piccadilly Circus gelegenen, Londoner Hot Spots NOPI.

Und da ist es:

Copyright © by Dorling Kindersley
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NOPI – das Kochbuch

Orientalisch – Asiatisch – Raffiniert

Yotam Ottolenghi; Ramael Scully

Dorling Kindersley

352 Seiten, gebunden, mit Goldschnitt

ca. 100 Farbfotografien

ISBN 978-3-8310-2894-8

€ 26,95

 Da ist es also, edel, mit Goldschnitt kommt es daher und weckt in mir den Wunsch, das es hoffentlich so kreativ-spannend (kann ein Kochbuch spannend sein……JA und ob!) sein wird wie seine Vorgänger.

Auch hier passt wieder einmal alles, stimmig von der ersten bis zur letzten Seite. Das Layout, der Schrifttyp, die Fotos…. alles ergibt, wie soll ich sagen, ein perfektes Gesamtkonzept. Ein tolles Kochbuch, welches in seiner Machart perfekt zum Restaurant passt, edel, kreativ und wunderschön!

Und ich hatte auch dieses mal wieder ein „Deja vu“……..ich habe die Angewohnheit, neue Kochbücher immer beim ersten mal von hinten aufzuschlagen und bin jedes mal gespannt auf was ich wohl stoße…..(es sind ja nicht immer nur Rezepte)……aber dieses mal war es ein Rezept aus dem NOPI und zwar ein ganz „phantastisches-das-muss-ich-sofort-ausprobieren-Rezept-weil-es-genau-das-ist-was-ich-liebe“!

Ich fand geröstete Ananas mit Tamarinde, Chili und Kokoseis! Oh Mann was für eine unglaublich (entschuldigt bitte) geile Kombination.

Die Ananas wird in einem Gewürzsud aus Zucker, Nelken, Zimt, Chilischote, Vanilleschote, Ingwerwurzel und Tamarindenpaste im Ofen gegart, dazu gibt es Kokoseis……….das ist Ottolenghi, wie ich  ihn liebe! Aufs wesentliche beschränkt, einfach, kreativ und unglaublich gut!

Ließen doch seine vorherigen Werke ganz klar seine israelischen Wurzeln erkennen, so ist NOPI ein überaus pfiffiger und raffiniert-subtiler Mix aus orientalischen und asiatischen Einflüssen.

Vorgestellt werden über 100 Rezepte aus der Küche des NOPI in „Kategorien“ wie Vorspeisen, Salate, Beilagen, Fisch, Fleisch, Vegetarisch, Brunch, Desserts, Cocktails und Zugaben. Toll finde ich die Menüvorschläge und das Zutaten A-Z.

Die Messlatte ist bei diesem Buch etwas höher angelegt, es ist definitiv ein Restaurant-Kochbuch, was aber nicht heißen soll, das es für zuhause ungeeignet ist. Im Gegenteil, ich hoffe ich kann Euch überzeugen ganz viele dieser wunderbaren Rezepte zuhause auszuprobieren! Fakt ist einfach, das diese Rezepte anders konzipiert sind als die in den bisherigen Büchern, die Basis ist eine andere, im Restaurant arbeiten mehrere Köche auf einen bestimmten Punkt, den „Service“ hin, bei dem in dichter Abfolge oft mehrere hundert Gerichte/ Teller die Küche verlassen, im Grunde genommen, das komplette Gegenteil von dem was zuhause passiert. Aber wie gesagt, alles ist machbar, alle Rezepte sind zuhause auch ohne großes Tequipment realisierbar ! Und genial finde ich den Ansatz von Ottolenghi und „Scully“ diesen Gegensatz aufzulösen; die Rezepte sind für den Hausgebrauch, sagen wir mal „modifiziert“, aber ohne deren Seele bzw. die geschmackliche Komplexität zu verändern! Das ist den beiden in ganz hohem Maße gelungen wie ich finde!

Gerichte wie Selleriepüree mit pikantem Blumenkohl und Wachteleiern, Butternutkürbis mit Ingwertomaten und Limettenjoghurt, Lachsforellen-Bulgur-Tatar mit Zitronensalsa und Topinamburchips oder geräucherte Lammkoteletts mit Auberginenpüree, Jalapeñosauce und Kohlrabipickles zeigen , das dieses Vorhaben mehr als perfekt realisiert ist!

Fazit:

Der neue Ottolenghi erfüllt mehr als alle Erwartungen. Ottolenghi und Scully bringen Ihren Londoner Hot Spot in ganz beeindruckender Weise zu uns nach Hause!

Chapeau mes amis !

Pur genießen

Hallo Ihr Genießer und Kochbuchsüchtigen da draußen, es gibt neues aus der Wohlfühlküche von Pascale Naessens, DER belgischen Bestsellerautorin zum Thema gesunde Ernährung!

So und hier ist es auch gleich:

Copyright (c) by ZS-Verlag
Copyright (c) by ZS-Verlag

Pur genießen

Natürlich und gesund

Pascale Naessens

ZS-Verlag München

200 Seiten

Zahlreiche Farbfotos

ISBN 978-3-89883-500-8

€ 19,99

 

Da ist sie also wieder, Pascale Naessens, auch ich stelle in meinem Blog bereits das zweite Ihrer bereits fünf erschienenen Kochbücher vor, von denen bereits zwei mit dem „Gourmand World Cookbook Award“ ausgezeichnet wurden, zu recht wie ich finde!

Zur Vita von Pascale, ist nur so viel zu sagen, das sie weiß über was sie schreibt, sie ist ausgebildete Gastronomin und arbeitete bei den bekanntesten Küchenchefs           ! Seit Jahren arbeitet sie sowohl vor als auch hinter der Kamera und entwirft so ganz nebenbei auch noch ihre eigene Geschirr- und Möbelserie.

Sie vertritt eine ganz einfache und grundlegende Philosophie, nämlich die, das gesundes Essen Spaß machen soll und das finde ich ganz wunderbar, denn gesundes Essen muss schon lange nicht mehr „unlecker“ sein. Ernährungs- und Gesundheitsbewusstsein ohne Verzicht auf Genuss sind ihr oberstes Prinzip!

Über 60 neue Rezepte präsentiert sie uns aus ihrer Wohlfühlküche, vom Carpaccio von Feigen mit Feta und Pinienkernen, Quinoa mit Ofengemüse, Lachshacksteak mit Kräutern und Wasabimayonnaise oder Riesengarnelen mit Tomaten, Kräutern und Haselnüssen entführt sie uns ein weiteres mal in ihre Welt der gesunden Wohlfühlküche!

Rezepte mit „Gelinggarantie“, wunderschöne atmosphärische Fotos und ein wieder mal äußerst gelungenes Gesamtkonzept machen Pascales Buch zu einem kulinarisch-gesunden Hochgenuss!

Fazit:

Pascale Naessens hat wieder einmal eindrucksvoll und vor allem gesund, köstlich und mit ganz viel Liebe „nachgelegt“. Ein kreatives wohlfühl Kochbuch für zuhause mit ganz viel Liebe zu gutem Essen!

Cookbook Book

So, Ihr Kochbuchfreaks, Gerne-Esser und Kollegen der Herdfront!

Zum Sonntag Abend gibt´s noch ein ganz besonderes Special. Dieses mal ein Englischsprachiges (Koch)-Buch, eigentlich DAS „Kochbuch-Buch“, das Kochbuch über die berühmtesten Kochbücher der letzten 100 Jahre !

Und hier ist es:

Copyright (c) by Phaidon/ Florian Böhm
Copyright (c) by Phaidon/ Florian Böhm

The Cookbook Book

Annahita Kamali & Florian Böhm

Phaidon

45,00 €

ISBN 9780714867502

Die beiden Autoren Annahita Kamali und Florian Böhm stellen mit diesem Werk die 125 einflussreichsten Kochbücher der letzten 100 Jahre vor.

Dieses Kunstwerk ist der ultimative Kochbuch-Guide überhaupt!

Copyright (c) by Phaeton/ Florian Böhm
Copyright (c) by Phaeton/ Florian Böhm

Jeder der im Buch beschriebenen Titel wird mit einem Schlüsselrezept aus dem jeweiligen Titel und dessen Fotografie vorgestellt. Der Leser lernt zum Beispiel direkt aus „Mastering the art of french cooking“ von Julia Child die Herstellung einer Bouillabaisse oder die Soufflé-Tipps aus dem „Graham Kerr Cookbook“.

Es ist einfach der Hammer, man spürt förmlich die Kunst- und Kochbuchbesessenheit der beiden Autoren.

Von zeitlosen Klassikern wie dem 1938 er „Larousse Gastronomique“ über Mollie Katzen´s handgeschriebenes „Mousewood Cookbook“ oder den modern Essentials von Yotam Ottolenghi, Niki Segnit und Ferran Adrià.

Aber nicht zu vergessen, das Thema Kunst: auch hier is(s)t man in den besten Händen, Truman Capote´s herbstlich kalter Oktober-Lunch bestehend aus Vodka, Baked Potato, Sour Cream und Kaviar aus dem Potato Book ist längst zu einem unvergesslichen Klassiker geworden!

Das ist kein Kochbuch um eben schnell etwas daraus nach zu kochen, das ist eine zu Kunst gewordene ewige Bestenliste der einflussreichsten Kochbücher der letzten 100 Jahre. Es ist wunderschön und ein Muss für jeden Kochbuchverrückten!

Fazit:

Das ist das sagen wir mal kulinarische Äquivalent zu einer „Music-Hall-of-Fame !

Diese Idee ein solches Buch zu entwickeln/ zu verlegen finde ich einfach nur unübertroffen gut !

Rachel Khoo – Mein Küchentagebuch

Hallo Ihr Kollegen der kochenden Zunft, hallo Ihr wunderbaren Hobby-Foodies da draußen………….Sie ist endlich wieder da, es gibt ein neues Buch von Rachel…..heute auch mal ganz ohne lange Vorrede.

Hier ist sie, die wunderbare, phantastische, total unkomplizierte und unglaublich kreative Rachel Khoo !

Copyright (c) by Dorling Kindersley
Copyright (c) by Dorling Kindersley

Rachel Khoo – Mein Küchentagebuch

Über 100 Rezepte für kulinarisches Fernweh

288 Seiten, mehr als 250 Farbfotografien

ISBN 978-3-8310-2778-1

EUR 24,95

Erschienen bei Dorling Kindersley

 Lang ersehnt, endlich ist es da und ich darf es druckfrisch in Händen halten.

Schon Rachels vorangegangene Werke sind Bestseller geworden und das wird wieder einer !

Der Einband soll ein wenig den Eindruck eines Notiz- oder Tagebuchs erwecken, passt natürlich super zum Titel, naja und der Rest ist einfach Lebensfreude pur, ein stimmiges Gesamtkonzept mit tollen Fotos, einem sehr frischen Layout und typisch für Dorling Kindersley und Rachel Khoo – absolut nachkochbaren und leicht umzusetzenden Rezepten mit tollen Tipps dazu!

Von der Provence bis nach Malaysia, von Schottland bis nach Italien und von Spanien bis nach Japan, von der fleischlosen Shepherd´s Pie über das gedämpfte Brötchen mit Teriyaki-Lachs ist für wirklich jeden etwas dabei, die Fotos machen Lust eines nach dem anderen auszuprobieren!

Ganz besonders erwähnen möchte ich aber dieses mal die Desserts, denen Rachel ein sehr ausgiebiges Kapitel widmet, von der Mazarintarte mit Preisselbeeren und Himbeeren, oder der türkischen Kaffeecreme mit Schoko-Mendiants und dem Essbaren Waldboden, das sind Desserts die einfach unglaublich Spaß machen!

Unterteilt ist das Buch in Kapitel wie Vorspeisen, Hauptgerichte, Süßes, Hausgemachtes, Ausstattung und Gute Zutaten.

Etwas ganz besonderes finde ich auch dieses mal wieder Rachels Einführung zum Buch, sie lässt ganz tief in ihre Philosophie und ihre Art zu kochen blicken. Sie ist eben doch mehr als die im Fernsehen kochende Französin als die sie wahrgenommen wird. Sie ist Britin, die das kulinarische Erbe ihres malaysischen Vaters und ihrer aus Österreich stammenden Mutter in sich trägt. Alles das hat sie zu dem gemacht was sie heute ist……..einfach die wunderbare Rachel Khoo !

Fazit:

Rachel hat wieder abgeliefert und es ist phantastisch geworden! Eine wunderbare Sammlung von Rezepten aus aller Welt, gepaart mit Rachels Kreativität, ihrer Lebenslust und Freude am Kochen, lassen das Buch zu einer wahren Verführung zum Selberkochen werden!

Mister Todiwalas Bombay

Hallo Ihr Herdchaoten (da schließe ich mich natürlich auch nicht aus), Foodies und Kochbuchverrückte. Nach einem 12 Stunden-Tag hinter dem Herd muß ich Euch unbedingt noch ein Kochbuch vorstellen, das für einen experimentierfreudigen Koch wie mich, wie ein „Homerun“ im Baseball ist. Es ist einfach nur Klasse!

Und hier ist es:

Copyright (c) by Knesebeck-Verlag
Copyright (c) by Knesebeck-Verlag

Mister Todiwalas Bombay, Originalrezepte & Erinnerungen aus Indien, von Cyrus Todiwala, erschienen bei Knesebeck.

272 Seiten, mit 200 farbigen Abbildungen

ISBN 978-3-86873-712-7 Preis: 29,95 € 

Ein Kochbuch aus der Stadt der sieben Inseln, das ist mal wieder eins, auf das ich mich irre gefreut habe, indische Küche ist Street Food pur und Snack-Kultur in Reinform. In Indien könnte man meinen, die Snack-Kultur sei so etwas wie eine gemeinsame Leidenschaft der Massen. Das ist hemmungsloses Essvergnügen! In indischen Familien ist Essen die alles verbindende Größe. Hier werkeln im „stillen Kämmerlein“ Mütter, Ehefrauen, Tanten, Großmütter und Schwestern an ihren uralten Geheimrezepten, die manch gestandener Koch gerne beherrschen würde; und jeder wird bestätigen, das diese Rezepte einfach unschlagbar sind!

Cyrus Todiwala präsentiert uns in diesem Buch die besten, kreativsten und beliebtesten indischen Originalrezepte von Snacks, über Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch und Geflügel, Gemüse, Straßenküche, Brot und Reis, Pickles und Chutneys, Desserts und Getränke.

Es ist einfach eine pure Freude mit diesem Buch, nennen wir es mal kulinarisch, durch Bombay zu reisen. Göttliche Hähnchen-Tikka oder Victorias Hähnchenfrikadellen in Kartoffelkruste, das alles macht einfach unbeschreiblich viel Spaß schon beim Lesen. Victorias Frikadellen, wird das erste Rezept sein, welches ich aus diesem Buch testen werde, allein die Gewürzkombination aus Ingwer, Knoblauch, Cumin, Koriander und Kurkuma schreit förmlich danach es auszuprobieren.

Samosas, Chapatis und gewürzte Pooris mit einer speziellen Masala, das sind nur einige der weiteren Köstlichkeiten.

Ganz vergessen habe ich die wunderbaren Geschichten und Erzählungen Mister Todiwalas, es ist phantastisch auf diese Art tief ins Herz Bombays zu reisen!

Der heute hoch dekorierte Cyrus Todiwala (unter anderem Träger des Order oft he British Empire) ist trotz seiner vielen Erfolge und aller Lobeshymnen immer auf dem Boden geblieben.

Heute führt der in Bombay geborene Angehörige der parsichen Minderheit, drei Restaurants in London, unterrichtet und engagiert sich nebenbei noch für wohltätige Zwecke. Er tritt in Kochshows und anderen Sendungen auf und hat bereits drei Kochbücher höchst erfolgreich publiziert! Aber nein, er ist weder der omnipräsente indische Pendant zu Jamie Oliver noch der dauergrinsende deutsche Fernsehkoch mit dem schwarzen Oberlippenbart. Cyrus Todiwala steht einfach mit beiden Beinen voll im Leben und das macht ihn so wunderbar sympathisch (aber in erster Form natürlich seine wunderbaren Rezepte in diesem Buch).

Fazit:

Wie bereits eingehend gesagt, Todiwalas Buch ist für mich eines der beiden authentischsten indischen Kochbücher überhaupt. Ein Muss für alle Liebhaber der indischen Küche , von einfachen Snacks, über opulente Fisch- und Fleischgerichte, Pickles, Chutneys, Gemüse, Desserts und Getränken! Einfach phantastisch !

On Food and Cooking

Hallo Ihr Küchenchaoten da draussen, es ist der zweite Advent und es geht stark auf Weihnachten zu……(ach ehrlich? ist es schon wieder so weit??).

Heute gibt es bei Toms Kochbuchblog mal wieder etwas zum „selbst beschenken“, natürlich könnt Ihr es auch verschenken, ich jedenfalls behalte es selbst!

Und hier ist er endlich auch auf Deutsch, der „Mc Gee“……….

Copyright (c) by Matthaes Verlag
Copyright (c) by Matthaes Verlag

On Food and Cooking , Das Standardwerk der Küchenwissenschaft von Harold Mc Gee, erschienen im Matthaes-Verlag Stuttgart.

Nun ja, was soll ich dazu sagen, endlich hat sich nach dreißig Jahren, der Lieblingsverlag aller Gastro´s mal einer Lektüre angenommen, deren erscheinen in Deutsch schon längst überfällig gewesen ist. Aber warum hat das so unglaublich lange gedauert, ein solches Küchenkompendium in deutsch zu veröffentlichen?? Aber über das deutsche Verlagswesen wollen wir ja hier nicht philosophieren! Ich habe die englische Ausgabe bereits 1993 in New York gekauft, als Ferran Adria damit begann, sich Gedanken über Texturen und Dekonstrukte zu machen, aber jetzt ist es ja endlich da und ich finde es gehört genauso wie der „Hering“ in die Hand eines jeden Kochs, Gastronomen und bewanderten Hobby-Foodies.

Es ist nicht unbedingt ein Lexikon, wenn es vielleicht auch ein wenig den Anschein erweckt, es ist alles außer einem Rezeptbuch, aber es ist auch keine streng wissenschaftliche und trockene Abhandlung über Lebensmittel, es ist unglaublich fundierte und perfekt recherchierte Fachkunde zum Thema Lebensmittel und deren Wissenschaft.

Es ist einfach das Standardwerk der Küche, es ist ein bischen „Junger Koch“ nur umfassender, es ist Warenkunde, nur tiefgründiger, es ist auch ein wenig „Herings Lexikon der Küche“, nur ohne Kurzrezepturen, es ist Wissenschaft, aber für jeden verständlich, ich bin der Meinung dieses Buch sollte zum Standard für alle in der „Ernährungsindustrie“ werden, vom kleinen Koch-Azubi über den Küchendirektor, bis hin zum Abteilungsleiter in der Lebensmittelindustrie.

Mc Gee ist auf eine Stufe zu stellen mit Brillat-Savarin, nie zuvor wurde sich neben der Lebensmittelkunde, so intensiv mit dem Thema „Was passiert wann und warum“ in einem Buch befasst!

Unterteilt ist dieses 955 Seiten starke Prachtstück unter anderem in Kapitel wie Milch- und Milchprodukte, Eier, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Essbare Pflanzen, Gemüse, Obst, Teige und Teigmassen, Saucen, Garmethoden und Kochutensilien.

Immer wieder gibt es zu einzelnen Themen oder Produkten hochinteressante und nie langweilig werdende Fakten, Tabellen und wichtige Daten.

Auch die Etymologischen Erläuterungen zu vielen Produkten finde ich sehr lehrreich und interessant, wenn sie auch nichts zum wissenschaftlichen Verständnis beitragen, so gehören sie unbedingt dazu!.

Fazit:

Das ist ein Buch, welches wie bereits gesagt, eigentlich in die Hand eines jeden gehört, der sich aus welchen Gründen auch immer mit dem Thema Essen befasst. Es ist keine wissenschaftliche Abhandlung, es erklärt, es hilft dabei herauszufinden, warum dieses oder jenes Gericht auf eine ganz bestimmte Art und Weise zubereitet wird, oder warum welche Produkte auf gerade diese oder jene Art und Weise reagieren.

Und ein Autor, der sich in seinem Vorwort mit dem Satz „Fisch ist für mich auch eine Art von Fleisch“ selbst zitiert, macht dieses Werk noch um unglaublich vieles sympathischer!

Im übrigen halte ich es für eine DER wichtigsten Neuerscheinungen des ausgehenden Jahres 2014

Also ab mit Euch zum Buchhändler eures Vertrauens oder direkt in den Matthaes-Online Shop.

Stewart´s Botanisches Barbuch

Liebe Gastrojunkies, heute gibt es mal nichts für die Herdgeiseln, sondern für diejenigen, die Euch mit den besten Cocktails dieser Welt versorgen und natürlich für alle die auch zuhause gerne den einen oder anderen Cocktail „basteln“.

Ein phantastisches Buch, das ich all denen ans Herz legen möchte, die nicht nur die Zutaten eines Cocktails sehen, sondern auch über den Rand des Glases hinaussehen und sich mehr als nur für die bloße Rezeptur interessieren!

Der absolute „Bar“-Buch- Bestseller aus den USA, dort heißt es übrigens in der deutschen Übersetzung „Der betrunkene Botaniker“, ein überaus treffend gewählter Name für dieses Buch wie ich finde.

Jetzt aber zur Deutschen Ausgabe:

Copyright (c) by Bloomsbury Berlin
Copyright (c) by Bloomsbury Berlin

Amy Stewart´s „Botanisches Barbuch“, erschienen im Berlin Verlag/ Bloomsbury Berlin.

Im ersten Moment dachte ich beim Auspacken an Charles Schumann, die Bar-Legende schlechthin, ein ganz klein wenig erinnert es an Schumann´s Barbuch, aber nur wegen des äußerlichen, dunkler Buchumschlag, einfarbiges Print, das Format erinnert ein klein wenig an ein Lexikon. Ein Lexikon ist es auch, aber auch das Kompendium schlechthin für alle „Bar“-Interessierten.

Das WSJ-USA titelte bereits: „Ms. Stewart weiß, wie man einen Nullachtfünfzehn-Cocktail in etwas wirklich verblüffendes verwandelt“.

Ähnlich sehe ich das bei diesem „botanischen Barbuch“ auch, es verblüfft auf jeder Seite die man aufschlägt und zu lesen beginnt, es macht einfach Spaß darin zu versinken!

Schon das als Aperitif daherkommende Vorwort lässt den Leser lange nicht los, es fesselt einfach !

Zum Einstieg gibt es eine Reihe fachspezifischer Erläuterungen zu allem was in der Bar wichtig ist, dann geht es auch direkt mit Teil 1, der Entdeckung, der zwei alchemistischen Verfahren, des Fermentierens und Destillierens, durch die Wein, Bier und Spirituosen eigentlich erst entstehen los. Begonnen wird mit den Klassikern, „die am häufigsten zu Alkohol verarbeitet werden“- von Agave bis Zuckerrohr.

Zu jedem botanischen Vertreter gibt es von hochinformativ bis kurzweilig alles Wissenswerte zu lesen und in den meisten Fällen auch noch einen Cocktailklassiker dazu.

Das Ende des ersten Teils läuten die „seltsamen Gebräue“ ein, mit Beispielen eher, naja sagen wir mal vorsichtig formuliert „ungewöhnlicher Liquids“.

In Teil zwei des Buches lernen wir, das in der „durchschnittlichen Spirituosenflasche mehr steckt als reiner Alkohol. Sobald ein Destillat die Brennblase verlassen hat, wird es endlosen Experimenten mit Kräutern, Gewürzen, Früchten, Nüssen, Rinden, Wurzeln und Blüten unterzogen.“ Hier erfahren wir wiederum in sehr lesenswerter Art und Weise, was alles im Alkohol versenkt wird um ihn uns „schmackhaft“ zu machen, selten gehörte Pflanzen von Alant bis Kolanuss und ihre Verwendung werden hier näher beschrieben.

Natürlich gibt es auch noch einen dritten Teil, der sich unserem Garten widmet (nein, es gibt keine Anleitung zum „Schwarzbrennen“, aber jede Menge Tipps zu pflanzlichen Zutaten, zum Mixen und Garnieren, die wir im Lauf der Jahreszeiten in unserem Garten kultivieren können J Von Ananassalbei bis Duftgeranie, und von Fenchel bis Zitronenverbene ist an alles gedacht!

Fazit:

Getreu dem Motto „Jeder gute Drink beginnt mit einer Pflanze“ kann ich nur sagen, das Amy´s Buch mehr als gelungen ist, es sollte in der Gastronomie zu einem Standartkompendium für jeden guten Bartender werden. Es vermittelt unglaublich breitgefächertes Wissen und einer nie da gewesenen Form die einfach nur begeistert!

Chapeau an Bloomsbury und Ms. Steward.

Absolute Kaufempfehlung für jeden Barinteressierten zuhause und ein Must have für jeden guten Barkeeper!

The Art of simple Food – Alice Waters

Hallo Ihr Kochbuchbesessene und Gastro-Lebenslängliche, heute gibt´s ein Buch einer Köchin und Gastronomin, die ich selbst unglaublich bewundere, ein Frau, die bereits Anfang der 1970 er die konsequente Verwendung von regionalen und frischen Zutaten forderte und in ihrem eigenen „Hot Spot“, dem Chez Panisse in Berkeley/Kalifornien, das auch auf eine Art und Weise umsetzte, die bis heute ihres gleichen sucht!

Sie setzt sich vor allem dafür ein, ausschließlich Lebensmittel zu verwenden, die in der Region angebaut werden, um den nach ihrer Ansicht weiträumigen und umweltschädigenden Transport von massenproduzierten Lebensmitteln zu vermeiden.

Natürlich funktioniert das meiner Meinung nach nicht immer und ist auch nicht global anwendbar, aber wenn jeder beim Einkaufen ein klein wenig mitdenken würde, hätten wir viele Umweltprobleme erst gar nicht!

Ihre Ideen zum Thema Esserziehung bei Kindern finde ich phantastisch, sie bringen Kindern den Wert von frischem (auch selbst angebautem „Essen“ aus dem eigenen Garten) erst so richtig nahe. Was geht schon über Dinge wie selbst gezüchtete und mit Kindern „ausgebuddelte“ und anschließend eingekochte rote Beete ! Wir finden es einfach göttlich. So lernen unsere Kinder  auch den Wert des einfachen, frischen und selbstgemachten zu schätzen. Und das ist unschätzbar wertvoll!

Nach dem kurzen Ausflug in die Philosophie der heutigen Köchin, jetzt aber endlich zu ihr und ihrem Buch:

(c) by Prestel
(c) by Prestel

The Art of simple Food – Rezepte und Glück aus dem Küchengarten, von Alice Waters, erschienen bei Prestel.

Gleich im Einband des Buches finden wir ein „Was wir tun können“, die beiden prägendsten und wichtigsten Floskeln seien hier genannt: Zum einen „Die Landwirte wertschätzen“ und zum zweiten „Kinder die Kunst des Essens lehren“, hier zeigt Alice Waters ihre beiden essentiellsten Anliegen an uns, einfach das wert zu schätzen was wir täglich auf unserem Teller haben, dieses unseren Kindern nahe zu bringen, ihnen Respekt vor Lebensmitteln zu verschaffen!

Zum Inhalt:

Nach dem Vorwort von Carlo Petrini, dem Gründer von „Slow Food International“, geht es los mit Teil eins des Buches „Geschmack als Inspiration“ der möglichen Vielfalt in unserem Garten und den korrespondierenden Rezepten zu allem was wir anbauen können. Hier beschreibt Alice Waters kurz aber sehr eindrucksvoll, was für ein großes Glück es sein kann, einen eigenen Garten haben zu dürfen., wie es ist mit eigenen Händen etwas anzubauen, man bekommt einfach auch ein ganz anderes Verhälnis zu dem was man nach der Ernte in Händen hält und lernt dabei sich in Bauern und Landarbeiter hineinzuversetzen.

Weiter geht es dann mit den wichtigsten Gartenkräutern im Kapitel „Duft und Schönheit“, deren Anbau und ihren Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. Fotos finden wir keine im Buch, das wäre bei diesem Buch auch nicht unbedingt passend wie ich finde. Vielmehr gibt es sehr schöne Zeichnungen und Illustrationen zu allem was in unserem Garten „möglich“ ist.

Zu allen erwähnten Kräutern, Gemüsen, Salaten und Früchten gibt es natürlich auch die passenden Rezepte! Erwähnen möchte ich hier nur eines, welches ich unter Salbei gefunden und auch direkt ausprobiert habe, das ist die „In Milch geschmorte Schweineschulter mit Salbei“………ein absolutes Highlight wie wir fanden.

Es folge Kapitel wie „Zarte Blätter“, „Geheime Helden“, „unterirdische Schätze“, „knackige Stängel“ und viele weitere, alles in Anlehnung an den Lauf der Jahreszeiten, einfach phantastisch „inszeniert und interpretiert“ !

 Der zweite Teil widmet sich unserem Garten und unserem „Grünen Daumen“, hier gibt es von Basics bis Insidertips alles was uns auf dem Weg zum eigenen Garten begleitet und unterstützt.

Im Anhang finden sich noch wichtige Werkzeug- und Quellenangaben sowie tolle Einkaufstipps und Adressen rund um den Gartenbau!

 Ich hoffe ich konnte Euch ein klein wenig der Philosophie dieser wunderbaren Frau nahe bringen und Euch Lust auf dieses wunderbare „Nicht-nur-Kochbuch“ machen !

Es ist einfach phantastisch geworden!

Fazit: Unbedingte Kaufempfehlung, auch wenn Ihr keinen eigenen Garten habt. Gärtnern kann auch im kleinen auf dem Balkon oder auf der Fensterbank stattfinden!

Das Küchentagebuch von Nigel Slater

Wie fängt man die Besprechung eines solchen Buches an ?

Ach so, ich vergaß……. Hallo liebe Herdgeißeln, sonstige Gastro- Junkies und Kochbuchfanatiker………da fange ich meistens mit an !

Heute gibt es für mich DAS Buchhighlight diesen Herbstes (oder vielleicht eines der Highlights des ganzen Jahres), viele haben drauf gewartet, jetzt ist ER endlich da !

Ein 544 Seiten starke Hommage ans Kochen und genießen, eine Art Küchentagebuch, gewachsen über mehrere Jahre, ein Buch, das bei mir die nächste Zeit sehr viel in der Küche…….und auch noch auf dem Nachttisch stehen wird! Das ist so etwas wie Liebe auf den ersten Blick, auspacken, anfassen und nie wieder hergeben! Es wird eines derer sein, die irgendwann mit irgendwelchen Notizen oder Anmerkungen, die beim Kochen entstehen, vollgekritzelt sein wird.

So, um wen geht es heute? Er schreibt sich seit Jahren für den britischen „Observer“ in seiner Kolumne die Finger wund, er ist kein Koch und das will er auch nicht sein, er sagt von sich selbst er sei ein Amateurkoch, aber dieser Amateur hat mehr Spürsinn, Kreativität und vor allem Respekt vor Lebensmitteln und auch vor ihrer Verfügbarkeit im Wandel der Jahreszeiten, als es so mancher Koch jemals haben wird!

Für ihn muss ein Rezept mehr zeigen, als nur die Handschrift eines Autors, für ihn sind Rezepte nicht nur eine Aneinanderreihung von Befehlen und Maßangaben, bei ihm spielt es keine Rolle wie oder auf welchem Weg man zum Ergebnis kommt, wichtig ist, dass alles was in einer Küche entsteht, ehrlich, aufrichtig und wie er selbst sagt „zum Tellerablecken köstlich ist“. Sein neues Prachtstück ist am 20. August 2014 erschienen und es geht heute um:

 

9783832194772.jpg.21945Das Küchentagebuch, mit 250 Rezepten durch das Jahr, von Nigel Slater, erschienen bei DUMONT !

 

Bevor es ums Buch geht, möchte ich hier die Möglichkeit nutzen, um nochmal auf etwas hinzuweisen:

Es geht hier nochmals um die aufgekommene Diskussion des Buchhandels und vieler Autoren über E-Books und einen großen Online-nicht-mehr-nur-Buchhändler, Nigel Slater sagt hierzu in seiner Danksagung etwas ganz wunderbares:

„Danke an all die Buchhandlungen und die Menschen, die dort arbeiten, für ihren andauernden Enthusiasmus. Und an jeden, der in seine lokale Buchhandlung geht, den Zauber knarzender Regale entdeckt und erlebt, dass es nichts schöneres gibt, als das Gefühl und den Geruch eines Buches, das man in der Hand hält !

Damit ist alles gesagt!

Jetzt aber zum Buch:

Ich persönlich bin der Auffassung, das Slater´s neues Werk nicht nur imagesein Kochbuch ist, ich habe angefangen darin zu lesen und konnte es nicht mehr weg legen (zum Glück hab ich Urlaub, sonst wäre es mit dem Schlafen nichts geworden); man will es einfach auf einmal „verschlingen“, um es mit meinen einfachen Worten auf den Punkt zu bringen, es ist einfach unglaublich schön darin auch mal nur zu lesen und es auf andere Art und Weise zu images-2genießen als beim Ausprobieren der Rezepte!

Auffallend ist, (aber das habe ich nach einigen Stunden des Lesens erst bemerkt), daß es kein Inhaltsverzeichnis gibt und das finde ich toll (natürlich gibt es am Buchende einen Rezeptindex) ! Es ist für mich auch ein Ausdruck und ein Zeichen der Freiheit, die Slater sich bei seinen Rezepten und bei seiner unkonventionellen Art des Kochens nimmt! Einfach ein Meisterstück!

Die Rezepte, welche sich dem Lauf des Jahres und vor allem den Jahreszeiten in ihren Ingredienzen anpassen, sind nicht einfach nur stupide Rezepturen zum Abarbeiten, sie stellen Slaters ganze Art dar; da gibt es auch immer wieder kleine, (in seinen Aufzeichnungen waren es wohl gekritzelte Randnotizen) wie „durchsieben bringt nichts“ zum Thema Mehl gleich zu Anfang beim Cidre- Brot, oder die Anmerkung bei der Frittata aus Erbsen und Frühlingskräutern, die nach sanftem Garen in der Pfanne in der Mitte noch „wabbelig“ ist, das alles liest und kocht sich einfach nur wunderbar!

Göttlich auch der am 2. Juli zu findende Salat von Iberico-Schinken und dicken Bohnen……..Genial einfach – einfach genial kann ich da nur sagen!

So, mehr wird zu diesem Prachtstück an dieser Stelle jetzt nicht mehr verraten………..ich denke alles wesentliche ist gesagt, bzw. geschrieben.

Fazit:

An und in diesem Buch stimmt einfach alles, die Haptik, das Layout, die Fotos, die Rezepte, alles ist ungemein stimmig. Das ganze ist für mich so etwas wie ein „kochbarer Tagebuch- Roman“, einfach nur irre gut! Das Meisterstück gehört einfach in jede Küche, besonders in die eigene zuhause !

Paris in meiner Küche von Rachel Khoo

Hallo Ihr Herdakrobaten, Kellnerquäler und Kochbuchfreaks !

Heute gibt´s bei kochbuch.tips ein Buch, in das ich mich direkt verliebt habe (ihr werdet jetzt alle sagen, naja typisch Koch, nur weil es eine bildhübsche Köchin geschrieben hat), nein, dieses mal ist es nicht so, das ist für mich definitiv eines der Kochbücher der letzten Jahre!

Geschrieben hat es eine geniale Köchin, ihres Zeichens Wahl- Pariserin, die es sich zum Ziel gemacht hat, die klassische französische Küche auch einem jüngeren, oder jungem Publikum nahe zu bringen und schmackhaft zu machen. Sie ist aufgebrochen und hat 120 französische „Klassiker“ in der winzig kleinen Küche ihrer Pariser Wohnung neu interpretiert und entstaubt! Und das in einer Lebensfreude und Leichtigkeit die ihresgleichen sucht. Das Buch vereinigt ihren Charme, ihre ganze Lebensfreude und Experimentierfreudigkeit in sich, es macht einfach unglaublich Spaß, zwischen den Rezepten auch ihre Geschichten vom Pariser Alltag zu lesen, manchmal meint man mitten im Marché Bastille zu stehen und die wunderbaren Düfte von frischem Fougasse oder wunderbarem Comté einzuatmen, einfach phantastisch!

So, aber jetzt zu unserer „bildhübschen Wahl- Pariserin“, es geht um, na wen wohl…….Vorhang auf für………

9783831022601-2Rachel Khoo und ihr Buch Paris in meiner Küche – 120 fabelhafte Rezepte für jeden Tag, erschienen bei Dorling Kindersley.

Und jetzt endlich zum Buch:

Ich hab´s einfach mal aufgeschlagen und bin direkt im Elsaß gelandet. Rachels Interpretation des „choucroute Alsacienne“ ist einfach phantastisch und ganz weit entfernt von der klassischen „Ein- Topf- Methode“, das Kraut hat einen leichten Biss, der Schweinebauch eine knusprige Schwarte! „Magnifique“ werden die beiden Gäste des kleinsten „Restaurant parisienne“ wohl jubiliert haben.

Dieses Gefühl von ungezwungenem und lustvoll kreativem Kochen zieht sich wie ein roter Faden durch Rachels Buch.

Einfache, aber wunderschöne und ausdrucksstarke Fotos begleiten Rachels Interpretationen französischer Klassiker auf eine Art und Weise, die einen schlichtweg dazu auffordert, sich schnellstens in die eigene Küche zu begeben und ihre Rezepte auszuprobieren.

Ihr „Croque Madame Muffins“ ist von solch einfacher Genialität, daß es mir beim Gedanken an die „zärtliche Verbindung“ von Sauce Mornay und Comté die Geschmacksrezeptoren jubilieren lässt, das ist pure Lust am Essen!

Rachel beim Pochieren ihrer „Iles flottantes“ zuzusehen, ist eine ähnliche Augenweide, wie der anschließende Genuß der selbigen. Zarte Baisernocken mit Mandelkrokant in göttlicher Créme anglaise badend,………wer kann da schon „non merci“ sagen !

Mehr zu den Rezepten gibt es jetzt nicht, erkocht Euch selbst dieses Buch und Ihr werdet sehen und vor allem schmecken wie genial Rachel ist!

Die Rezepte reichen von der Alltagsküche übers Picknick bis zum Dinner mit Freunden und Familie.

Im Anhang gibt es noch die nötigen Grundrezepturen, die jede Menge Spielraum zu eigenen Kreationen lassen.

Ganz zum Schluß gibt´s Rachels „Carnet d´adresses parisiennes“, quasi Ihr „Schatzkästchen“ an Einkaufstipps für Paris!bastille_puces1

Einfach magnifique !

Fazit:

Es gibt nicht mehr viel zu sagen, nur eines noch an dieser Stelle…….UNBEDINGT KAUFEN.

Zum Glück Gemüse

Heute gibt’s mal wieder, ein sogenanntes „Das will ich unbedingt haben“- Buch !

Ein sagen wir mal „leicht“ von der italienischen Küche inspiriertes Buch, da es um Gemüse geht und die italienische Küche nun einmal unglaublich gut mit Gemüse „kann“! Gemüse im Lauf der Jahreszeiten, essentieller und unverzichtbarer Bestandteil jeder Mahlzeit.

Egal ob frisch vom Markt, oder wie jetzt gerade aus eigenem Anbau- dieses Buch macht es Euch leicht, das ganze Jahr über frisch, gesund und auch mal ohne Fleisch zu kochen.

Ich finde das Buch ist ein absolutes  Standardwerk nicht nur für Gemüsefreaks und gehört in jedes Bücherregal, bzw. in jede Küche!

Zum Glück Gemüse, 350 Gemüserezepte für alle Jahreszeiten, erschienen im Verlag Phaidon by Edel.

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Zum Buch:

Schon dem Buchcover und dem Buchschnitt sieht man an, aus der Feder welchen Verlages dieses Buch stammen könnte……..wie immer äußerst kreativ und niemals langweilig werdend, man nimmt es einfach nur immer wieder gerne in die Hand.

Das Inhaltsverzeichnis ist zuerst in die vier Jahreszeiten und dann in die dazu gehörigen Gemüsesorten unterteilt.

Am Buchschnitt sehr schön zu erkennen, die unterschiedlichen Jahreszeiten, die dazugehörigen Fotoseiten sind etwas kürzer geschnitten, die darauf folgenden Rezepte zu den Jahreszeiten farblich abgesetzt! Einfach eine tolle Optik.

Das Buch zeigt in vielen Beispielen, wie man(n) auch ohne „Grünen Daumen“ mit einer kleinen Portion Ehrgeiz, einem kleinen Stück Land und auch einem guten Stück Arbeit zu phantastischem Gemüse aus dem Eigenanbau kommt.

Natürlich fehlen auch die Tips zum richtigen einkaufen und Lagern von Gemüse nicht, nicht jeder hat ja einen Garten und kann selbst anbauen.

Der Ernteplaner zu Beginn des Buchs ist in die Jahreszeiten, sowie in Aussaat- und Erntezeit unterteil und sehr übersichtlich gegliedert.

Jedes der vier Kapitel hat nochmal ein eigenes Inhaltverzeichnis, die Rezepte sind den Gemüsen im Lauf der vier Jahreszeiten zugeordnet.

Im Frühling sind das Spinat, Mangold, Wildgemüse, Artischocken, Spargel, Dicke Bohnen, Erbsen, Radieschen, Avocados, Zwiebeln und Chicoree.

Das Register fasst noch einmal alle Rezepte und dazugehörige Fotos zusammen.

Die Rezepte entsprechen ganz dem Stil der wunderbaren italienischen Küche, einfach, überaus stimmig, wenige Zutaten und wunderbar einfach in der Zubereitung, klassische Cucina italiana eben. Ein klein wenig erinnert das Buch an den phantastischen „Cucchiaio d´argento“, eines der bekanntesten und besten italienischen Kochbücher überhaupt.

Hier beschränkt man sich eben auf Gemüse und das in 350 wunderbaren Rezepten durch alle vier Jahreszeiten, natürlich nicht ganz fleischlos J aber eben die Gemüse in den Vordergrund gestellt!

Pasta mit Mais, Pancetta und jungem Spinat oder warmer Pilzsalat mit Orangendressing sind nur 2 von 350 phantastischen Kreationen die Lust auf Gemüse machen, aber vor allem auch die Sehnsucht wecken, in einer kleinen Dorftrattoria im Piemont, dem Alba oder der Toskana zu sitzen und das serviert zu bekommen, was die Nonna gerade im Garten gehackt hat. Wunderbar!

Fazit:

Dieses Buch könnte ein ähnlicher Topseller wie der „Silberlöffel“ werden, es paßt einfach alles, von der ersten bis zur letzten Seite………Es macht einfach nur Spaß.

Schaut es Euch an und Ihr werdet Euch verlieben!

Der Geschmacksthesaurus von Niki Segnit

Es ist Freitag Abend, der Vatertag war total verregnet, das Vatertagsbier war auch warm, also beschäftigen wir uns mal mit etwas schönem, mit Kochbüchern natürlich !

Heute gibt´s mal wieder ein Buch von der Insel, das hatten wir bereits einmal, da sagten alle, wie die Briten können ja doch kochen; naja ein sehr gutes Beispiel dafür ist Heston Blumenthal, der wohl bekannteste von allen, nicht zu vergessen Nigel Slater oder auch Jamie Oliver………

Auch das heute vorgestellte Buch finde ich außerordentlich gelungen, eine Mischung aus interessanter Kurzweil, Bettlektüre, Rezeptsammlung und ganz viel Information, einmal damit begonnen, will man es gar nicht mehr weglegen!

Die Rede ist von Niki Segnit´s „Der Geschmacks Thesaurus“- Ideen, Rezepte und Kombinationen für die kreative Küche, erschienen im berlinverlag by Bloomsbury.

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Zum Buch:

Niki Segnit liefert hier mit Ihrem Erstlingswerk gleich etwas ganz besonderes ab, tolle Definitionen, ganz viel Wissen zu Geschmackskombinationen, wie zum Beispiel: Warum passt Gewürznelke zu Pfirsich, warum passt Möhre zu Kokosnuss oder Kreuzkümmel, ein klein wenig die „Printform“ von foodpairing.com, nicht so umfangreich, aber wesentlich unterhaltsamer und nicht ganz so wissenschaftlich; mit vielen Anekdoten und Kuriositäten.

Insgesamt 99 Aromen hat Niki Segnit ausgewählt und ihnen jeweils ein Lebensmittel zugeordnet, diese hat sie in 16 Geschmackskategorien wie „Waldig“, „Grüne & Grasaromen“, „Maritim“ und andere kategorisiert, so das diese ein 360°- Spektrum ergeben. Alle Nachbararomen sind in jeglicher Art und Weise miteinander kombinierbar. Aber natürlich werdet Ihr sagen, das ist doch alles nur subjektives empfinden, JA, das ist es, und es ist auch gut so, sonst wären wir nämlich auch alle gleich J

Fazit:

Sehr schöne, hochinteressante und spaßige Erläuterungen.

Das Buch macht vom ersten bis zum letzten Kapitel einfach nur unglaublich viel Spaß.

Eigentlich ist es ganz weit davon entfernt, ein Kochbuch zu sein, Rezepturen gibt es auch nur in Kurzbeschreibungen ähnlich wie im Pauli und Fotos fehlen auch gänzlich, aber ich finde es ist eines der originellsten und unterhaltsamsten Büche, die seit langem zum Thema Essen und Trinken publiziert worden sind, ein wenig im Stile von Ben Schott !?!?

Wünsche Euch allen ganz viel Spaß bei dieser wunderbaren Lektüre!

 

Niki Segnit
 Der Geschmacksthesaurus

Ideen, Rezepte und Kombinationen für die kreative Küche.

Berlin Verlag; 544 Seiten; 25,00 Euro.

www.berlinverlag.de

Modernist Cuisine at Home von Nathan Myhrvold mit Maxime Bilet

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Liebe Kollegen der kochenden Zunft und alle die , die Ihre Kochbücher auch auf dem Nachttisch liegen haben……

Eigentlich weiß ich gar nicht wo, beziehungsweise wie ich heute anfangen soll, das zu beschreiben fällt schwer, wenn selbst die New York Times schon mit Superlativen wie

„Eine visuelle Achterbahn durch das kulinarische Universum……“ titelt.

Was also passiert wenn Microsoft´s ehemaliger CTO sich ein unglaubliches Haus mit einer High End- Küche, in der es an absolut nichts mangelt ausstatten lässt……. quasi ein „Home Cooking Lab“ mit allem was das Herz begehrt, Schockfrostern, Thermalisierern, Sous- vide- Vakuumierern, Zentrifugen und Rotationsverdampfern, Ihr fragt Euch sicherlich wozu das alles, und doch erst recht nicht in der Küche zu Hause.

Nein das sicherlich nicht. Aber denkt mal drüber nach: Dieses Buch eröffnet unglaublich vielfältige neue Möglichkeiten im täglichen Umgang mit Lebensmitteln, nicht nur High Tech- Geräte, sondern auch der gute alte Schnellkochtopf wie wir ihn alle von unseren Müttern kennen erlebt eine Revolution !

Die Rede ist von Nathan Myhrvold und seinem Modernist Cuisine „at Home“, wer bereits die ersten fünf Bände seines mehr als revolutionären Buchs besitzt, weiß wovon ich rede, alleine die Fotos versetzen einen immer wieder in staunen und Begeisterung!

Und das Ganze gibt es jetzt auch für den begeisterten Foodie und seine Küche zuhause!

Dieses Buch kann die Art wie wir kochen und wie wir Rezepte nutzen grundlegend verändern. Wir werden zum Nachdenken und experimentieren angeregt, es wird uns allen, so das Vorwort der wunderbaren Martha Steward „eine Welt neuer wunderbarer Möglichkeiten eröffnet“.

Dieses Buch gehört nicht ins Regal oder den Schaukasten zuhause, es gehört in Eure Küche!

Dieses Buch ist phantastische und „Anwenderfreundliche“ Version des vorhergehenden „Fünfbänders“ von Myhrvold für zuhause!

Es ist unheimlich fundiert, praktisch und weckt in jedem von uns die Begeisterung und die Neugierde in der eigenen Küche „rumzuexperimentieren !

Das was Nathan Myhrvold mit Maxime Bilet hier geschaffen hat ist etwas ganz großes!

Ihr werdet jetzt vielleicht sagen, das ist doch alles zuhause nicht umsetzbar, das stimmt so nicht ganz, von den rund 1500 Rezepturen des Buches ist etwa die hälfte in jeder gewöhnlichen Küche realisierbar!! Mit der Anschaffung z.B. eines Thermalisierers erhöht sich die Anzahl auf rund zwei drittel! Der andere Teil stellt selbst so manchen von uns Profis vor eine wunderbare Herausforderung J

Zum Buchaufbau:

Aufgebaut ist es ähnlich wie der „Fünfbänder“, genauso hochwertig verarbeitet und ebenfalls mit dem aus dem „Fünfbänder“ bekannten wasserabweisenden Rezeptheft versehen. Von den phantastischen Fotos ganz zu schweigen, ich liebe sie!

Der erste Teil befasst sich hauptsächlich mit Werkzeugen, Zutaten und Küchengeräten, natürlich wird auch gezeigt, wie man ohne High- Tech diese Techniken anwenden kann (Fisch Sous-vide in der Küchenspüle und ein Steak aus der Kühlbox)!

Der zweite Teil enthält 406 neue Rezepte, hier finden sich auch einfachere Rezepte wie Chicken Wings oder gegrillte Käsesandwiches !

Rezepte werde ich hier an dieser Stelle wie immer keine verraten, „erfahrt und erlebt“ dieses Kompendium einfach selbst, es ist eine wunderbare Investition, mehr als das noch, ich finde es ist ein „Muss“ für jeden begeisterten Foodie !

Die Rezepte sind perfekt ausgearbeitet, mit genauesten Mengenangaben und auch die meisten mit „Step by Step“-Fotos versehen!

Mehr kann und will auch hier nicht zu diesem Werk schreiben, das haben bereits hundertausende in diversen Blogs auf der ganzen Welt getan, ich will es Euch wie immer einfach nur näherbringen und Euch vielleicht dazu bewegen es auf Euren nächsten Wunschzettel zu setzen!

Das Buch ist einfach nur Begeisterung pur!

Übrigens zu der besprochenen Version „Modernist Cuisine at Home“ gibt’s auch eine geniale Version für´s iPad, nicht ganz billig aber genial, momentan zwar noch komplett in Englisch, aber die Hoffnung stirbt ja bekannterweise zuletzt! Kann sie aber trotzdem nur empfehlen! Ist halt in manchen Fällen einfacher zu transportieren !

Ich hoffe ich konnte Euch wieder einmal für etwas begeistern, für das ich mich selbst mehr als begeistere; alles das, die wundervollen Bücher, mein Job, der nicht nur ein Job, sondern, naja eine Lebenseinstellung geworden ist, begleiten mich täglich und darauf bin ich unglaublich Stolz!

Denn auch der Job war es der mir die letztendlich Möglichkeit eröffnet hat diese wunderbaren Bücher hier „besprechen“ zu dürfen!

TASCHEN

Modernist Cuisine at Home

Nathan Myhrvold, Maxime Bilet
Hardcover,

2 Bände im Schuber, 688 Seiten

€ 99,99

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Das Kochbuch von Yotam Ottolenghi

Heute liebe Kochbuchfreaks, gibts mit Yotam Ottolenghi „Das Kochbuch“, wie bereits angekündigt einen absoluten Kochbuchbestseller.

Ich muss zu meiner eigenen Schande eingestehen, das mir der Autor bis vor einem dreiviertel Jahr auch noch kein großer Begriff gewesen ist. Erst eine gute Freundin hat ihn mir ans Herz gelegt und seitdem leg´ ich ihn auch nicht mehr weg ! Das Buchcover und sein wattierter Einband mag für viele etwas, naja sagen wir mal ungewöhnlich daherkommen, aber nicht nur Hochglanz Coverfotos erregen Aufsehen. Der Einband, das schlichte Cover und die gewagte Farbgebung verursachen natürlich doch eine gewisse Neugierde zwischen all den vielen anderen Kochbüchern und haben einen wie ich finde, doch sehr hohen Wiedererkennungswert in den „AA“-Regalen und Auslagen der großen Büchereien.

Aber jetzt genug der langen Vorrede, ich hoffe es ist mir ein klein wenig gelungen Euch neugierig zu machen……..heute geht es natürlich um………. Yotam Ottolenghi……….. in London lebender, Israeli mit deutschen und italienischen Wurzeln. Ehemaliger Philosophie- und Literaturstudent, der erst relativ spät an einen der schönsten Berufe dieser Welt geraten ist. Koch, Koch aus Liebe, Koch aus Leidenschaft, einer der sich unserem Beruf mit allen Sinnen verschrieben hat ! In einem Satz zu Beginn seiner Einleitung, sehe ich mich in wunderbarer Weise bestätigt; eigentlich geht es dort um Speisenpräsentation und Temperaturen. Ottolenghi sagt ganz einfach, bei frisch, wirklich frisch zubereiteten Speisen, ist eine Kühlung gar nicht nötig, da die meisten Gerichte erst bei Zimmertemperatur ihr wunderbares Aroma entfalten. Etwas dergleichen ist mir dieser Tage auch wiederfahren, als ich eine Kundin darauf hinwies, daß sie ihr Fingerfood nicht mehr kalt stellen müsse, bis ihre Gäste kommen, eben wegen der Abhängigkeit der Aromen von der Temperatur, es gibt nichts schlimmeres wie kühlschrankkaltes Essen!

Nach langem Ausschweifen jetzt endlich zu Ottolenghis Prachtstück: Vielleicht ist es die ungewöhnliche Mischung, ein Israeli und ein Palästinenser, die sich zufällig in London treffen???? Oder kein Zufall, sondern eine glückliche Fügung des Schicksals? Keine Ahnung, jedenfalls ist das was Yotam Ottolenghi und Sami Tamimi hier zu Papier gebracht haben etwas ganz besonderes, eine wunderbare Mischung orientalischer, mediterraner und internationaler Küche.

Zum Buchaufbau: Unterteilt ist es in Kapitel wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide, Fleisch und Fisch, Backen und Patisserie und die „Vorratskammer“. Die Rezepturen sind perfekt ausgearbeitet, und in ihren Aromen und Texturen wunderbar stimmig, aber lassen der eigenen Kreativität auch noch ihren Spielraum ! Eines der ersten Rezepte im Buch ist wie ich finde direkt ein wunderbares Beispiel dafür: „Pfirsich- Speck- Salat mit Orangenblütendressing und gegrillten Pfirsichen“, einfach unglaublich gut! Wunderbare Salate, Klassiker wie karamellisierter Chicorée mit Serrano oder ein „Lust auf mehr“ machendes Safran- Honig- Hähnchen mit Haselnüssen fordern einen regelrecht dazu auf, ein Rezept nach dem anderen auszuprobieren und mit Aromen und Texturen herum zu tüfteln.

Wie immer werde ich hier nicht mehr verraten, kauft es und verliebt Euch selbst in dieses Buch!

Fazit: Ein phantastisches Buch, dem ist nichts weiter hinzuzufügen! Kaufen und kochen ! 9783831021086