Dr. Oliver Knop – Das Interview

Lavazza
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Hallo Ihr Genussmenschen und Espressosüchtigen, es wurde mal wieder Zeit für das eine oder andere Interview @ Toms Kochbuchblog, so hatte ich im Rahmen der diesjährigen Chef Sache in Köln, das große Glück Herrn Dr. Oliver Knop, dem Geschäftsführer von Lavazza Deutschland/Österreich ein paar Fragen stellen zu dürfen – also Ihr Kaffeeliebhaber da draußen, hier ist es ….

Toms Kochbuchblog:

Sehr geehrter Herr Dr. Knop, Sie sind seit nunmehr drei Jahren der Geschäftsführer von Lavazza Deutschland und Österreich, wie kam es zu dieser Entscheidung und was mögen Sie an Lavazza als „Company“?

Dr. Oliver Knop:

Ich war 15 Jahre bei Colgate-Palmolive, eine tolle Company, deren Kerngeschäft im Bereich der Zahnpflege und Kosmetika liegt, riesengroß im Vergleich zu Lavazza, wenn man allein den Umsatz von 2 Milliarden € bei Lavazza und etwa 16 Milliarden € bei Colgate-Palmolive gegenüberstellt.Lavazza ist ein Familienunternehmen und Colgate-Palmolive ein börsennotiertes Unternehmen mit riesigen Strukturen. Mir gefällt bei Lavazza das „kleinere“ Management, die kürzen Wege und die Möglichkeit als einzelner mehr ausrichten zu können. Ich wurde damals angesprochen, ob ich mir vorstellen könne, für Lavazza tätig zu werden.

Ganz wichtig ist für mich natürlich die Marke Lavazza, sie ist sehr emotionsbeladen und repräsentiert Italien wie nur ganz wenige Brands das tun. Außerdem liebe ich die italienische Ess- und Trinkkultur, insofern war der Wechsel zu Lavazza für mich auch eine sehr emotional geprägte Entscheidung.

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Toms Kochbuchblog:

Wie betrachten Sie die Markenstellung von Lavazza hier in Deutschland?

Dr. Oliver Knop:

Die Deutschen sind ein „Filterkaffeeland“, rund 60% des Marktes sind lange Filterkaffees, jedoch besinnt man sich zunehmend auch der italienischen Kaffeekultur in Form von Espresso. Rund 20% des Marktes sind Espressobohnen und nochmal 10% sind Kapseln, die aber nach dem Espresso-Prinzip funktionieren.

Das ist das „zuhause“ von Lavazza und in diesem Segment wollen wir gerne die gleiche Bedeutung erlangen, wie wir sie in Italien haben. Wenn wir hier unsere Position weiter festigen und ausbauen können, werden wir unsere Fühler auch in andere Richtungen ausstrecken.

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Toms Kochbuchblog:

Thema Lavazza-Kalender“ – Was empfinden Sie beim Betrachten des neuen Lavazza-Kalenders und was für eine Bedeutung hat dieses Projekt für Sie als Geschäftsführer Deutschland/ Österreich?

Dr. Oliver Knop:

Für die Marke Lavazza an sich ist der Kalender natürlich unglaublich wichtig. Viele reden über nachhaltiges Handeln, bei Lavazza ist das zur Philosophie geworden. Seit über 10 Jahren gibt es das ¡tierra!-Projekt in und mit dem Lavazza ganz konkret versucht, nachhaltig zu agieren und zu handeln; zum einen gegenüber der natürlichen Ressourcen mit denen wir arbeiten, dem Wald, den Feldern; wir achten auf langfristigen Anbau, schützen die Natur und versuchen im Nachgang auch in den Erzeugerländern, wo unsere Kaffeebauern sind, auf lange Sicht gutes zu tun! Die letzten drei Kalender bilden eine Trilogie, in der wir ganz bewusst Menschen aus den Anbauländern unserer Kaffees zeigen, auch „arme“ Menschen; die Kalender sollen den Betrachter dazu bewegen, sich mit den Schicksalen dieser Menschen auseinander zu setzen. Man könnte diese Trilogie auch als eine Art Weckruf an uns selbst betrachten. Ein Weckruf zum umdenken, ein Weckruf zu nachhaltigerem handeln und zur Ressourcenschonung.

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Toms Kochbuchblog:

Im Mai diesen Jahres wurde das neue Lavazza-Training-Center in Frankfurt/Main eröffnet. Was sind Ihre Ziele mit diesem Training-Center ? Wird es hier vorwiegend um die Espressokultur gehen, oder wird sich auch dem Thema Kaffee im allgemeinen gewidmet?

Dr. Oliver Knop:

Natürlich werden wir uns hier der gesamten Thematik „Kaffee“ widmen – wobei natürlich viele verschiedene Kurse zu diesem umfassenden Thema angeboten werden. Alle Kurse beginnen jeweils am morgen zunächst mit theoretischen Grundlagen – es werden Themen wie Herkunftsländer, Bohnentypen, Eigenschaften und Weiterverarbeitung behandelt.

Das Trainingscenter hat für uns einen sehr hohen Stellenwert, da wir uns hierzulande auch als Botschafter der italienischen Kaffeekultur sehen.

Die Espressokultur an sich ist erst etwas über einhundert Jahre alt und die hat Lavazza mit seiner nun 120 jährigen Tradition mehr als bestimmend beeinflusst! Heute ist Lavazza mit 45% Marktanteil die unangefochtene Nummer 1 in Italien und daraus resultiert eben auch eine ganz besondere Verantwortung. Lavazza ist definitiv eines von ganz wenigen italienischen Originalen, daher möchten wir mit unserem Schulungszentrum die Espressokultur auch in Deutschland fördern. Natürlich steht daher das Thema Espresso bei unseren Schulungen auch ganz klar im Focus.

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Toms Kochbuchblog:

Herr Dr. Knop, was war für Sie der Hauptgrund, Herrn Wohlfahrt zum Genussbotschafter für Lavazza zu ernennen?

Dr. Oliver Knop:

Zum Ersten muss ich hierzu sagen: Wäre es Herr Wohlfahrt nicht geworden, hätte ich lange überlegen müssen, wer es hätte sonst werden können – es wären maximal 2 bis 3 andere in Frage gekommen. Natürlich gibt es viele bekannte Köche, aber nur sehr wenige haben die Essenskultur und Kulinarik hier in Deutschland derart beeinflusst und nach vorne gebracht, wie dies Harald Wohlfahrt getan hat. Man muss nur einmal drüber nachdenken, das 6 der aktuellen 11 deutschen 3-Sterne-Köche bei ihm gelernt haben. Alleine schon daran ist der hohe gestaltende Einfluss von Harald Wohlfahrt erkennbar.

Sollte er den selben Einfluss auf die Espressokultur hier in Deutschland haben, so ist das für uns alle ein großer Gewinn.

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Toms Kochbuchblog:

Sie sind ja mit Sicherheit bereits mehrmals in Turin gewesen, hatten Sie dort die Gelegenheit, einmal die Turiner Spezialität „Bicerin“ in einem der berühmten Cafés zu probieren?

Dr. Oliver Knop:

Ich habe noch keinen Bicerin getrunken, da ich hier ein wenig manifestiert bin, mich zieht es ausschließlich zum Ristretto Espresso hin und daher muss ich bei der Beantwortung dieser Frage leider passen, werde es aber bei meinem nächsten Turin-Besuch definitiv nachholen!

 

 Zur Person:

Dr. Oliver Knop ist seit Dezember 2013 Geschäftsführer des italienischen Kaffeerösters Lavazza in Deutschland und Österreich. Der 52-Jährige arbeitete zuvor 15 Jahre in verschiedenen Positionen für Colgate Palmolive. So verbrachte er mehrere Jahre im globalen Marketing in New York, bevor er 2004 zum Marketingverantwortlichen für das gesamte europäische Colgate Zahnpflegegeschäft in Genf bestellt wurde. Seit 2008 war Knop Geschäftsführer der Colgate’s Hill’s Pet Nutrition Sparte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Davor war Knop Marketing Direktor der Moët Hennessy GmbH für die Marken Moët & Chandon, Dom Pérignon und Hennessy.Er begann seine Laufbahn 1990 bei Procter & Gamble in Frankfurt.

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