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Spirit and Spice

Hallo Ihr Jäger des guten Geschmacks, hallo Ihr Hüter des Herdes, heute gibt es ein phantastisches neues Kochbuch (obwohl es eigentlich viel mehr ist als ein Kochbuch), aus der Edition Styria, es ist das dritte seiner Art von Michael Langoth, nach „Mekong Food“ und „Il Po“. Und das lässt wieder einmal wunderbares erahnen.

Wie gesagt, die Bücher von Michael Langoth sind mehr als nur Kochbücher, sie beschäftigen sich mit der gesamten Kultur, deren Grundprinzipien und auch deren Glaubenssätzen!

Sein bereits 2013 erschienenes Meisterwerk „Mekong Food“ wurde mit gleich drei der begehrtesten Auszeichnungen der kulinarischen Literatur bedacht, dem ITB-Buch Award, der Silbermedaille der GAD und dem Best in the World Gourmand Cookbook Award des Franzosen Cointreau.

Wenn das mal keine guten Voraussetzungen sind!

So aber jetzt zum Neuen Meisterwerk von Michael Langoth:

 

Copyright (c) by Michael Langoth/ Edition Styria
Copyright (c) by Michael Langoth/ Edition Styria

Spirit & Spice

Südindische Kochkulturen

Michael Langoth,

Foodstyling: Laura Langoth

Textbeiträge: Sarah Langoth

Edition Styria

224 Seiten

ISBN: 978-3-99011-075-1

€ 45,00

Beim ersten bedächtigen durchblättern des Buches, geriet ich ebenso ins Schwärmen, wie bei seinen beiden Vorgängern, unglaublich schöne Fotos von „Land & Leuten“, phantastische Food-Fotografie, gepaart mit phantastisch recherchierten Texten von Sarah Langoth. Man spürt bereits beim Lesen des Vorwortes wie viel Leidenschaft in diesem Buch steckt.

Jetzt aber zum Thema:

Indische Küche, diese in Ihrer unglaublichen Vielschichtigkeit beschreiben zu wollen wäre vermessen, es gibt sie in diesem Sinne eigentlich gar nicht, der indische Subkontinent ist von einer derartigen kulturellen Vielschichtigkeit geprägt, wie man sie nirgendwo anders auf dieser Welt findet, genauso ist es auch in kulinarischer Hinsicht. Eigentlich sind es unglaublich viele „Länderküchen“, ähnlich der vielen Sprachen und Dialekte.

Reist man quer durch den Kontinent, so würde einem die offizielle Amtssprache „Hindi“ einfach nicht reichen, oftmals oder meistens wird sie gerade im Süden weitgehend ignoriert! Dieses uralte Kulturland beschreiben zu wollen ist nahezu nicht möglich.

Jetzt aber zur kulinarischen Spitze des Subkontinentes…….mit Städten wie Mumbai, Hyderabad, Bangalore, Chennai (Madras) und Thiruvananthapuram (ja die Stadt heißt so) ! Hier finden wir die Malabarküste, die ursprüngliche Heimat des schwarzen Pfeffers und des Kardamom, hier gedeihen Kurkuma, Ingwer und vor allem Zuckerrohr, das hier seit 6000 kultiviert wird. Diese Südspitze Indiens könnte man eigentlich als den kulinarischen Nabel der Welt bezeichnen! Hier gedeiht Kokos, Mango, Okra und der berühmte Malabarspinat. Das ist das Universum der Gewürze !

Ausführlich beschrieben werden alle bekannten Gewürze der südindischen Küche, von Kardamom, Kurkuma, Koriander, Chili, Curryblatt, Muskatnuss, Gewürznelke, Asant oder Teufelsdreck, Tamarinde, Ajowan, Nigella, Amchur und viele mehr.

Allein dieser Teil des Buchs ist mehr als beeindruckend, ähnlich der vielen phantastischen Fotos von Land und Leuten.

Wunderbar auch die Beschreibung der vielen „Brotsorten“ von Chapati, Naan, Parotta, Puri, über Vada (der indische Donut aus Urdbohnen) bis hin zum Papadam.

Nach den Brotsorten folgen die indischen Kochtechniken und alles was man dazu benötigt. Wunderbar auch hier wieder die Erläuterungen zu den Kochprinzipien und worum es eigentlich geht; wie zum Beispiel, das ein indisches Essen ohne eine Masala einfach undenkbar ist. Hier verfließen so unglaublich viele Techniken mit phantastischer Philosophie des Essens!

Wunderbar erläutert auch hier wieder die Bausteine der Masala-Saucen, vom benötigten Fett, den Gewürzen, dem Flüssigen zum Ablöschen, das Andickende, die Säuren und das Topping, einfach genial!

Und dann geht es nach viel Kultur und unglaublich viel Input zu den verwendeten Lebensmitteln mit den Rezepten los. Das Erste seiner Art lässt meine Geschmackrezeptoren gleich jubilieren, ein Green Chicken Masala, dem ein Kichererbsen-Kokos–Masala folgt, wann soll ich das nur alles ausprobieren???

Das Erste Rezept, welches ich definitiv testen werde ist das Vindaloo, ein Masala mit Schweinefleisch aus Goa, gewürzt mit Nelke, Pfeffer, Zimt, Ingwer, Tamarinde, Kurkuma und Cumin……mehr muss ich dazu wohl nicht sagen, oder !

So, mehr dieser phantastischen Rezepte werde ich hier jetzt nicht verraten, ich denke ich konnte Euch einen kleinen Eindruck dieses 224 Seiten starken Prachtstücks vermitteln und Euch unbändige Lust auf die Südindische Kulinaristik und dieses wunderbare Buch von Michael Langoth machen!

Fazit:

Es ist schwer hier noch etwas zum besten zu geben, ich denke es ist alles gesagt, die Nummer drei von Michael Langoth ist einfach wieder ein absoluter Hammer! Wieder einmal eine phantastische kulinarisch-kulturelle Reise, die ich selbst gerne unternommen hätte!

Bombay Lunchbox

Hallo Ihr Gernekocher, Kochbuchfreaks und Gastrochaoten, heute gibt´s @ Toms Kochbuchblog mal wieder eine Novität, ich schau mir ja auch sehr viele Blogs an um zu sehen, was andere so machen und da bin ich auf einen ganz besonderen gestoßen:

Johanna ist nicht nur eine Blogger-Kollegin, sie ist passionierte Köchin, ausgezeichnete Gewürzspezialistin und hat ein Feinkostgeschäft in Köln-Sülz  und das ist Ihr Blog: Zimt&Rosen……..sie schrieb mir neulich wegen eines Kochbuchs, erzählte mir von einem anderen und so reifte spontan der Gedanke, Johanna als Gastrezensentin zu „engagieren“!

So, und jetzt hat Johanna das Wort…………das Buch ist übrigens genial und Johannas Rezension ebenfalls!

Eins vorweg: Die beiden Kapitel „Tiffin am Nachmittag“ und „Kleine Zwischenmahlzeiten“ sind meine Favoriten in diesem Buch. Zu verführerisch sind all die köstlichen Kleinigkeiten und Snacks wie Gurkensandwich mit Minze-Koriander-Chutney, Mini-Samosas oder Chili-Käse-Toastbrötchen. Die Rezepte werde ich nach und nach alle ausprobieren!!! Aber eins nach dem anderen.

Hier ist es jetzt erst mal………

Copyright (c) by Verlag Freies Geistesleben
Copyright (c) by Verlag Freies Geistesleben

Bombay Lunchbox

Carolyn & Chris Caldicott

ISBN-13:  978-3-7725-2656-5

Erscheinungsjahr:  2014

durchgehend farbig

Einband:  Gebunden

Seiten:  128

Verlag:  Freies Geistesleben

€ 19,90

Mit „Bombay Lunchbox“ legt das Autorenpaar Carolyn & Chris Caldicott ein wirklich spannendes Kochbuch vor, das gerade absolut dem Zeitgeist entspricht: Lunch, Picknick, Sandwich, Streetfood und Snacks sind kulinarische Themen, die derzeit in aller Munde sind. Sogar Hinweise auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz finden sich wieder.

Dass die Briten in Sachen Currys Geschichte geschrieben haben, dürfte ja inzwischen bekannt sein. Genaueres erfährt der Leser im zweiten Kapitel des Buches, dessen Name Programm ist.

Seit den anglo-indischen Anfängen im späten 18. Jahrhundert hat sich in Indien eine Lunch-Kultur entwickelt, die ihresgleichen sucht. Hergeleitet von dem umgangssprachlichen Wort „tiff“ (Schlückchen) bzw. tiffings (Nippen) entstand das Wort „Tiffin“, was zum Synonym für beinahe jeden kulinarischen Genuss zwischen Frühstück und Abendessen avancierte.

Gleichzeitig bezeichnet es eine Lunchbox, die optisch an unseren guten, alten Henkelmann erinnert. Die Kultur der Tiffins ist mittlerweile in ganz Indien verbreitet. Fast jeder trägt eine solche Box mit sich, um ein tragbares Mittagessen geniessen zu können. Meist ist es vegetarisch, einige aber auch mit Fleisch und Fisch. Die entsprechenden Rezepte regen unbedingt zum Nachkochen an.

„Bombay Lunchbox“ erklärt aber auch ein Phänomen der „Tiffinwallahs“ aus Bombay, dem heutigen Mumbai. Dahinter verbirgt sich eine Armee von Männern, die täglich über 200.000 Büroangestellte mit Mittagessen von zu Hause versorgt. Die Angestellten leben bis zu 50 km von zu Hause entfernt, was für die Tiffinwallahs langes Pendeln in vollen Zügen und Radfahren im Stadt-Moloch von Bombay bedeutet. Ein grandioses System.

 

Fazit: dieses Buch ist ein besonderer Augenschmaus. Farbenfroh, wunderschön bebildert, interessante Geschichten, tolle Rezepte – nicht nur für Indienliebhaber ein Genuss!