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Nopi

Ha……. es ist wieder Sonntag und Zeit für einen neuen Besteller kulinarischer Literatur!

Heute gibt es einen der meistverkauften Kochbuchautoren der letzten Jahre, endlich ist er wieder da ! Es geht um……Yotam Ottolenghi

Ich war unglaublich gespannt und hab mich riesig drauf gefreut! Was würde wohl nach den beiden Bestsellern „Genussvoll vegetarisch“ und der phantastischen Hommage an seine Heimatstadt „Jerusalem“ als nächstes kommen?

Natürlich ein Kochbuch mit den Rezepten seines in der Nähe des Piccadilly Circus gelegenen, Londoner Hot Spots NOPI.

Und da ist es:

Copyright © by Dorling Kindersley
Copyright © by Dorling Kindersley

NOPI – das Kochbuch

Orientalisch – Asiatisch – Raffiniert

Yotam Ottolenghi; Ramael Scully

Dorling Kindersley

352 Seiten, gebunden, mit Goldschnitt

ca. 100 Farbfotografien

ISBN 978-3-8310-2894-8

€ 26,95

 Da ist es also, edel, mit Goldschnitt kommt es daher und weckt in mir den Wunsch, das es hoffentlich so kreativ-spannend (kann ein Kochbuch spannend sein……JA und ob!) sein wird wie seine Vorgänger.

Auch hier passt wieder einmal alles, stimmig von der ersten bis zur letzten Seite. Das Layout, der Schrifttyp, die Fotos…. alles ergibt, wie soll ich sagen, ein perfektes Gesamtkonzept. Ein tolles Kochbuch, welches in seiner Machart perfekt zum Restaurant passt, edel, kreativ und wunderschön!

Und ich hatte auch dieses mal wieder ein „Deja vu“……..ich habe die Angewohnheit, neue Kochbücher immer beim ersten mal von hinten aufzuschlagen und bin jedes mal gespannt auf was ich wohl stoße…..(es sind ja nicht immer nur Rezepte)……aber dieses mal war es ein Rezept aus dem NOPI und zwar ein ganz „phantastisches-das-muss-ich-sofort-ausprobieren-Rezept-weil-es-genau-das-ist-was-ich-liebe“!

Ich fand geröstete Ananas mit Tamarinde, Chili und Kokoseis! Oh Mann was für eine unglaublich (entschuldigt bitte) geile Kombination.

Die Ananas wird in einem Gewürzsud aus Zucker, Nelken, Zimt, Chilischote, Vanilleschote, Ingwerwurzel und Tamarindenpaste im Ofen gegart, dazu gibt es Kokoseis……….das ist Ottolenghi, wie ich  ihn liebe! Aufs wesentliche beschränkt, einfach, kreativ und unglaublich gut!

Ließen doch seine vorherigen Werke ganz klar seine israelischen Wurzeln erkennen, so ist NOPI ein überaus pfiffiger und raffiniert-subtiler Mix aus orientalischen und asiatischen Einflüssen.

Vorgestellt werden über 100 Rezepte aus der Küche des NOPI in „Kategorien“ wie Vorspeisen, Salate, Beilagen, Fisch, Fleisch, Vegetarisch, Brunch, Desserts, Cocktails und Zugaben. Toll finde ich die Menüvorschläge und das Zutaten A-Z.

Die Messlatte ist bei diesem Buch etwas höher angelegt, es ist definitiv ein Restaurant-Kochbuch, was aber nicht heißen soll, das es für zuhause ungeeignet ist. Im Gegenteil, ich hoffe ich kann Euch überzeugen ganz viele dieser wunderbaren Rezepte zuhause auszuprobieren! Fakt ist einfach, das diese Rezepte anders konzipiert sind als die in den bisherigen Büchern, die Basis ist eine andere, im Restaurant arbeiten mehrere Köche auf einen bestimmten Punkt, den „Service“ hin, bei dem in dichter Abfolge oft mehrere hundert Gerichte/ Teller die Küche verlassen, im Grunde genommen, das komplette Gegenteil von dem was zuhause passiert. Aber wie gesagt, alles ist machbar, alle Rezepte sind zuhause auch ohne großes Tequipment realisierbar ! Und genial finde ich den Ansatz von Ottolenghi und „Scully“ diesen Gegensatz aufzulösen; die Rezepte sind für den Hausgebrauch, sagen wir mal „modifiziert“, aber ohne deren Seele bzw. die geschmackliche Komplexität zu verändern! Das ist den beiden in ganz hohem Maße gelungen wie ich finde!

Gerichte wie Selleriepüree mit pikantem Blumenkohl und Wachteleiern, Butternutkürbis mit Ingwertomaten und Limettenjoghurt, Lachsforellen-Bulgur-Tatar mit Zitronensalsa und Topinamburchips oder geräucherte Lammkoteletts mit Auberginenpüree, Jalapeñosauce und Kohlrabipickles zeigen , das dieses Vorhaben mehr als perfekt realisiert ist!

Fazit:

Der neue Ottolenghi erfüllt mehr als alle Erwartungen. Ottolenghi und Scully bringen Ihren Londoner Hot Spot in ganz beeindruckender Weise zu uns nach Hause!

Chapeau mes amis !