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Stewart´s Botanisches Barbuch

Liebe Gastrojunkies, heute gibt es mal nichts für die Herdgeiseln, sondern für diejenigen, die Euch mit den besten Cocktails dieser Welt versorgen und natürlich für alle die auch zuhause gerne den einen oder anderen Cocktail „basteln“.

Ein phantastisches Buch, das ich all denen ans Herz legen möchte, die nicht nur die Zutaten eines Cocktails sehen, sondern auch über den Rand des Glases hinaussehen und sich mehr als nur für die bloße Rezeptur interessieren!

Der absolute „Bar“-Buch- Bestseller aus den USA, dort heißt es übrigens in der deutschen Übersetzung „Der betrunkene Botaniker“, ein überaus treffend gewählter Name für dieses Buch wie ich finde.

Jetzt aber zur Deutschen Ausgabe:

Copyright (c) by Bloomsbury Berlin
Copyright (c) by Bloomsbury Berlin

Amy Stewart´s „Botanisches Barbuch“, erschienen im Berlin Verlag/ Bloomsbury Berlin.

Im ersten Moment dachte ich beim Auspacken an Charles Schumann, die Bar-Legende schlechthin, ein ganz klein wenig erinnert es an Schumann´s Barbuch, aber nur wegen des äußerlichen, dunkler Buchumschlag, einfarbiges Print, das Format erinnert ein klein wenig an ein Lexikon. Ein Lexikon ist es auch, aber auch das Kompendium schlechthin für alle „Bar“-Interessierten.

Das WSJ-USA titelte bereits: „Ms. Stewart weiß, wie man einen Nullachtfünfzehn-Cocktail in etwas wirklich verblüffendes verwandelt“.

Ähnlich sehe ich das bei diesem „botanischen Barbuch“ auch, es verblüfft auf jeder Seite die man aufschlägt und zu lesen beginnt, es macht einfach Spaß darin zu versinken!

Schon das als Aperitif daherkommende Vorwort lässt den Leser lange nicht los, es fesselt einfach !

Zum Einstieg gibt es eine Reihe fachspezifischer Erläuterungen zu allem was in der Bar wichtig ist, dann geht es auch direkt mit Teil 1, der Entdeckung, der zwei alchemistischen Verfahren, des Fermentierens und Destillierens, durch die Wein, Bier und Spirituosen eigentlich erst entstehen los. Begonnen wird mit den Klassikern, „die am häufigsten zu Alkohol verarbeitet werden“- von Agave bis Zuckerrohr.

Zu jedem botanischen Vertreter gibt es von hochinformativ bis kurzweilig alles Wissenswerte zu lesen und in den meisten Fällen auch noch einen Cocktailklassiker dazu.

Das Ende des ersten Teils läuten die „seltsamen Gebräue“ ein, mit Beispielen eher, naja sagen wir mal vorsichtig formuliert „ungewöhnlicher Liquids“.

In Teil zwei des Buches lernen wir, das in der „durchschnittlichen Spirituosenflasche mehr steckt als reiner Alkohol. Sobald ein Destillat die Brennblase verlassen hat, wird es endlosen Experimenten mit Kräutern, Gewürzen, Früchten, Nüssen, Rinden, Wurzeln und Blüten unterzogen.“ Hier erfahren wir wiederum in sehr lesenswerter Art und Weise, was alles im Alkohol versenkt wird um ihn uns „schmackhaft“ zu machen, selten gehörte Pflanzen von Alant bis Kolanuss und ihre Verwendung werden hier näher beschrieben.

Natürlich gibt es auch noch einen dritten Teil, der sich unserem Garten widmet (nein, es gibt keine Anleitung zum „Schwarzbrennen“, aber jede Menge Tipps zu pflanzlichen Zutaten, zum Mixen und Garnieren, die wir im Lauf der Jahreszeiten in unserem Garten kultivieren können J Von Ananassalbei bis Duftgeranie, und von Fenchel bis Zitronenverbene ist an alles gedacht!

Fazit:

Getreu dem Motto „Jeder gute Drink beginnt mit einer Pflanze“ kann ich nur sagen, das Amy´s Buch mehr als gelungen ist, es sollte in der Gastronomie zu einem Standartkompendium für jeden guten Bartender werden. Es vermittelt unglaublich breitgefächertes Wissen und einer nie da gewesenen Form die einfach nur begeistert!

Chapeau an Bloomsbury und Ms. Steward.

Absolute Kaufempfehlung für jeden Barinteressierten zuhause und ein Must have für jeden guten Barkeeper!