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Geröstete Ananas mit Tamarinde, Chili und Kokoseis

So, Ihr Herdakrobaten und Kochbuch-Junkies, heute gibt es mal wieder „gekochtes“ @ Toms Kochbuchblog (das war ja einer meiner guten Vorsätze für dieses Jahr) auch ab und zu mal etwas aus den vielen Kochbüchern hier zu posten, ich koche ja dauernd nach, aber es fehlt einfach auch die Zeit zum Posten……Gastronomie halt……!

Also, vor kurzen habe ich den neuen Ottolenghi vorgestellt und wie es so oft bei meinen Lieblingslektüren ist, hatte ich beim ersten Aufschlagen des Buchs ein #dasmussichausprobieren-Déja-vu…….und hier ist es mein Déja-vu….es gibt orientalisch- asiatisch- raffiniert…..

Geröstete Ananas mit Tamarinde, Chili und Kokoseis by Ottolenghi & Scully

 Es war ja wieder mal ein Abenteuer hier im kulinarisch- unkreativen Nordhessen zwischen Marburg und Frankenberg gewisse Zutaten aufzutreiben (Tamarinde & Kaffirlimettenblätter), aber Gott sei dank hat es in Marburg einen recht gut bestückten Asia-Laden, der mir auch glücklicherweise bei meinem Anliegen behilflich sein konnte!

Also, los geht´s, hier das Rezept zu diesem genialen Dessert:

Für 6 Personen

  • 1 sehr große Ananas, geschält, längs geviertelt und vom Strunk befreit (800 g)
  • 6 kleine Stängel Thai-Basilikum (lediglich zum Garnieren)

Kokoseis

  • 150 g Sahne 33%
  • 400 ml Kokosmilch
  • 250 g Kokoscreme
  • 12 frische Kaffirlimettenblätter
  • 1 Vanilleschote, längs halbiert, Mark herausgeschabt
  • 2 Eigelb
  • 90 g Zucker
  • 1 ½ EL Limettensaft
Copyright © by Toms Kochbuchblog
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Gewürzsirup

  • 90 g Zucker
  • 16 Gewürznelken
  • 1 große Zimtstange in 4 Stücke gebrochen
  • 1 große rote Chilischote, von Samen befreit, grob gehackt
  • 1 Vanilleschote, längs halbiert, Mark herausgeschabt
  • 5 cm Ingwerwurzel, geschält und in feine Scheiben geschnitten (40 g)
  • 2 EL Tamarindenpaste

1 Mit der Eiscreme beginnen: Sahne, Kokosmilch, Kokoscreme, Kaffirlimettenblätter, Vanilleschote und –mark in einem mittelgroßen Topf bei mittlerer bis hoher Temperatur, 6-7 Minuten erhitzen, bis der Siedepunkt erreicht ist. Sofort vom Herd nehmen und 5 Minuten ziehen lassen.

2 Die Eigelbe mit dem Zucker in einer großen Schüssel hellgelb und cremig schlagen.

Mit einer Kelle etwas von der heißen Flüssigkeit in den Eierschaum schöpfen und beständig weiterschlagen. Nach und nach die restliche Flüssigkeit unterschlagen.

Den Topf auswischen, die Creme wieder hineingießen und vorsichtig zur Rose abziehen (das hat mein Thermomix in diesem Fall erledigt)……Vorsicht! Nicht zu stark erhitzen sonst gibt´s Kokosrührei….

Die Creme durch ein Sieb gießen (Limettenblätter und Vanillestangen wegwerfen).

Die Creme mit dem Limettensaft in die Eismaschine fülle und 35 Minuten gefrieren lassen, bis sie halbfest, aber noch cremig ist. Alternativ: in flachen Schalen einfrieren und immer wieder mit dem Schneebesen durchrühren, bis sie die gewünschte Konsistenz erreicht hat, ich gefriere es komplett in Silpat Pralinenformen und mixe es dann so wie ich es brauch im vorgekühlten Thermomix-Becher auf , funktioniert perfekt!

Gebe es aber dann nochmal für eine halbe Stunde in den Tiefkühler.

3 Den Backofen auf 240°C vorheizen

Copyright © by Toms Kochbuchblog
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4 Für den Sirup sämtliche Zutaten mit 600 ml Wasser in einen mittelgroßen Topf geben und bei mäßiger bis starker Hitze zum Kochen bringen. Auf mittlerer Stufe 5 Minuten köcheln lassen, damit die Aromen durchziehen.

Die Ananasspalten in eine große, ofenfeste Form mit hohem Rand (ca. 30 x 22 cm) legen und gleichmäßig mit dem Sirup übergießen.

Im Ofen 40-50 Minuten backen und alle 10 Minuten mit dem Sirup überziehen, bis die Ananas durchgegart und karamellisiert ist und sich mühelos mit einem Messer einstechen lässt.

Darauf achten, dass immer genügend Flüssigkeit in der Form ist, eventuell etwas Wasser zugießen und umrühren, falls nötig.

Die Form aus dem Ofen nehmen und die Ananas etwa 5 Minuten in dem Sirup abkühlen lassen. Die Fruchtstücke anrichten und pro Portion mit 1 ½ EL des Sirups beträufeln.

Mit ein paar Nelken und Zimtstückchen aus dem Sirup garnieren und mit einer Kugel Kokoseis servieren.

Ich liebe es! Lasst Euch verführen und probiert es aus, es ist göttlich!

Nopi

Ha……. es ist wieder Sonntag und Zeit für einen neuen Besteller kulinarischer Literatur!

Heute gibt es einen der meistverkauften Kochbuchautoren der letzten Jahre, endlich ist er wieder da ! Es geht um……Yotam Ottolenghi

Ich war unglaublich gespannt und hab mich riesig drauf gefreut! Was würde wohl nach den beiden Bestsellern „Genussvoll vegetarisch“ und der phantastischen Hommage an seine Heimatstadt „Jerusalem“ als nächstes kommen?

Natürlich ein Kochbuch mit den Rezepten seines in der Nähe des Piccadilly Circus gelegenen, Londoner Hot Spots NOPI.

Und da ist es:

Copyright © by Dorling Kindersley
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NOPI – das Kochbuch

Orientalisch – Asiatisch – Raffiniert

Yotam Ottolenghi; Ramael Scully

Dorling Kindersley

352 Seiten, gebunden, mit Goldschnitt

ca. 100 Farbfotografien

ISBN 978-3-8310-2894-8

€ 26,95

 Da ist es also, edel, mit Goldschnitt kommt es daher und weckt in mir den Wunsch, das es hoffentlich so kreativ-spannend (kann ein Kochbuch spannend sein……JA und ob!) sein wird wie seine Vorgänger.

Auch hier passt wieder einmal alles, stimmig von der ersten bis zur letzten Seite. Das Layout, der Schrifttyp, die Fotos…. alles ergibt, wie soll ich sagen, ein perfektes Gesamtkonzept. Ein tolles Kochbuch, welches in seiner Machart perfekt zum Restaurant passt, edel, kreativ und wunderschön!

Und ich hatte auch dieses mal wieder ein „Deja vu“……..ich habe die Angewohnheit, neue Kochbücher immer beim ersten mal von hinten aufzuschlagen und bin jedes mal gespannt auf was ich wohl stoße…..(es sind ja nicht immer nur Rezepte)……aber dieses mal war es ein Rezept aus dem NOPI und zwar ein ganz „phantastisches-das-muss-ich-sofort-ausprobieren-Rezept-weil-es-genau-das-ist-was-ich-liebe“!

Ich fand geröstete Ananas mit Tamarinde, Chili und Kokoseis! Oh Mann was für eine unglaublich (entschuldigt bitte) geile Kombination.

Die Ananas wird in einem Gewürzsud aus Zucker, Nelken, Zimt, Chilischote, Vanilleschote, Ingwerwurzel und Tamarindenpaste im Ofen gegart, dazu gibt es Kokoseis……….das ist Ottolenghi, wie ich  ihn liebe! Aufs wesentliche beschränkt, einfach, kreativ und unglaublich gut!

Ließen doch seine vorherigen Werke ganz klar seine israelischen Wurzeln erkennen, so ist NOPI ein überaus pfiffiger und raffiniert-subtiler Mix aus orientalischen und asiatischen Einflüssen.

Vorgestellt werden über 100 Rezepte aus der Küche des NOPI in „Kategorien“ wie Vorspeisen, Salate, Beilagen, Fisch, Fleisch, Vegetarisch, Brunch, Desserts, Cocktails und Zugaben. Toll finde ich die Menüvorschläge und das Zutaten A-Z.

Die Messlatte ist bei diesem Buch etwas höher angelegt, es ist definitiv ein Restaurant-Kochbuch, was aber nicht heißen soll, das es für zuhause ungeeignet ist. Im Gegenteil, ich hoffe ich kann Euch überzeugen ganz viele dieser wunderbaren Rezepte zuhause auszuprobieren! Fakt ist einfach, das diese Rezepte anders konzipiert sind als die in den bisherigen Büchern, die Basis ist eine andere, im Restaurant arbeiten mehrere Köche auf einen bestimmten Punkt, den „Service“ hin, bei dem in dichter Abfolge oft mehrere hundert Gerichte/ Teller die Küche verlassen, im Grunde genommen, das komplette Gegenteil von dem was zuhause passiert. Aber wie gesagt, alles ist machbar, alle Rezepte sind zuhause auch ohne großes Tequipment realisierbar ! Und genial finde ich den Ansatz von Ottolenghi und „Scully“ diesen Gegensatz aufzulösen; die Rezepte sind für den Hausgebrauch, sagen wir mal „modifiziert“, aber ohne deren Seele bzw. die geschmackliche Komplexität zu verändern! Das ist den beiden in ganz hohem Maße gelungen wie ich finde!

Gerichte wie Selleriepüree mit pikantem Blumenkohl und Wachteleiern, Butternutkürbis mit Ingwertomaten und Limettenjoghurt, Lachsforellen-Bulgur-Tatar mit Zitronensalsa und Topinamburchips oder geräucherte Lammkoteletts mit Auberginenpüree, Jalapeñosauce und Kohlrabipickles zeigen , das dieses Vorhaben mehr als perfekt realisiert ist!

Fazit:

Der neue Ottolenghi erfüllt mehr als alle Erwartungen. Ottolenghi und Scully bringen Ihren Londoner Hot Spot in ganz beeindruckender Weise zu uns nach Hause!

Chapeau mes amis !